Das war mal ein kleiner Zukunftsplan. Jetzt mal ein bisschen zurückgeblickt. Ich hab ein paar schöne Essays geschrieben (Ich mag sie wirklich! Ich fühl mich auch jetzt viel sicherer für die Bachelorarbeit, hab immerhin...6 größere Essays/Reports insgesamt geschrieben, für alle musste man selbstständig nachforschen, hatte viel Freiheit in seinen Argumenten, musste darauf achten die Quellen richtig anzugeben etc...hat mir wirklich viel geholfen). Die Klammer ist ein wenig groß geworden, also ich wollte aufzählen was ich gemacht habe: Essays geschrieben, mit unserer WG rumgehangen, Pool&Gym&Sauna, Feiern gewesen (allerdings nicht zu viel, ich vermiss meine Metalcore-Clubs und Metalcore-Menschen!) und ich war ARBEITEN. Jaha! Hab für die gleiche Kellner-Agentur wie Caspar gearbeitet. Es war grandios. Hab natürlich bei den Bewerbungsgesprächen maximale Erfahrung geheuchelt, gute Referenzen angegeben (wer erinnert sich nicht an meine langjährige Barkeeper-Erfahrung im "Balou" in Osnabrück bei dem Supervisor "Josef Beckermann". Ja dann musste ich so ein wenig mit dem Tablett rumtanzen und so tun als wäre ich sozial. Einmal war ich auf einer Privatparty, da hat ein reicher Fettsack eine High Society Party geschmissen. Der hat sich 12 Kellner gekauft, 4 Models (die einfach nur zum rumstehen und gutaussehen da waren, unglaublich) und hat in seiner 4 Stockwerke Villa mit absurdem Blick auf den Hafen seine reichen Fettsack-Freunde und deren hardcore "Sex-and-the-City"-aufgetakelten Diven eingeladen. Das war so surreal. Die Arroganz sprudelte nur so aus der Stimmung der Party. Ich hab dann den Abend hauptsächlich damit verbracht lächelnd umherzulaufen und Champagner nachzugießen. Am Anfang hab ich Champagner auf dem Tablett verteilt, beim Empfang. Also. Es war mein erster Tag mit Tablett. Null Erfahrung. Alle denken ich hätte Erfahrung. Die Gläser waren unglaublich LANG, das heißt sie waren total wackelig auf dem Tablett. Ich hatte 6 davon auf dem Tablett. Und die Gläser haben 250 Dollar PRO STÜCK gekostet. 250 Dollar für ein verdammtes Champagner-Glas. Mitterweile sollte meine "reicher-Fettsack"-Metapher deutlich gezeichnet sein. Ja, jedenfalls baumele ich dann da so mit 1500 Dollar auf meinem Tablett rum. Ging erstmal gut! Irgendwann hab ich mich dann zu selbstbewusst gefühlt und hab dann mal spontan 500 Dollar fallen lassen. Jahaaa...hat Spaß gemacht :-) Ist nicht wirklich peinlich gewesen, das Putzteam ist total schnell und routiniert angerannt gekommen. Jedenfalls hab ich innerhalb von 2 Sekunden das 5-fache von meinem Lohn für 6 Stunden verbraten. Was haben die denn auch so teure Gläser....naja. :) (wurde mir natürlich nicht vom Lohn abgezogen!)
Und jetzt mal zum Titel des Blog-Eintrags: Thanksgiving. Wir wohnen hier ja mittlerweile mit 5 Deutschen, einem Franzosen, einer Kannadierin und einer USA-lerin. Und die New Yorker können nun mal nicht ohne Thanksgiving, also hat sie das mal organisiert. Wir haben uns dann so ein Essen zusammengezaubert (ich hab damit nicht viel zu tun gehabt, aber ich sage trotzdem mal "wir"), Leute eingeladen und wir haben uns gewichtelt! In schönen roten Weihnachtssocken. Macht man das Thanksgiving so? Ich weiß es nicht. Jedenfalls haben wir es gemacht. Hier sind Bilder:

Es ist angerichtet! Turkey, Nudelsalat, Cupcakes, Beef, Himbeernachtisch!

Unsere aktuelle WG! Jaaa meine Haare, ich war in Australien noch nie beim Friseur, das werde ich auch noch durchhalten. So lang waren sie glaube ich noch nie. Bin ein ziemlich harter Typ.

Die Wichtelung.


Die After-Show-Party.

So. Das war es dann für heute. Ist ja jetzt auch schon halb 4 nachts. Ich tippe mal mein vorletzter Eintrag.
Amadeus
1 Kommentar:
Hi,
well, Stressfaktoren in aufsteigender Reihenfolge? Echt? Und Caspar markiert den Höhepunkt? Ich dachte mein Sohn Caspar wäre so n cooler Typ à la Piraten der Karibik Teil 6, der nie Stess macht, sondern sofort schießt oder zumindest zusticht, wie auch immer die Feindin heißst.
Als Zigeunervater bin ich wahrlich verwirrt!
However, viel Spaß in Melbourne und bloß nicht zu viel Intelektuelles, das könnte Caspar nervös machen vielleicht eher die Chinesische Botschaft oder den Asiatischen Kulturverein...da soll es nette Menschinnen geben...
Markus
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